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mazefilm film & gender - politics

stagings: Kabul, Film & Production of Representation

Donnerstag 27. Mai 2010
The Showroom, 63 Penfold Street, London NW8 8PQ

Der Showroom präsentiert das Buch
stagings: Kabul, Film & Production of Representation von Sandra Schäfer.

In stagings: Kabul, Film & Production of Representation wirft die Autorin, Künstlerin und Filmemacherin Sandra Schäfer die Frage medialer und politischer Bilder Afghanistans auf. Stadt und Kino schaffen hierbei Bühnen für die Gegen-Produktion von Repräsentation, für Neufindungen und Umdeutungen der Geschlechterrollen und Herrschaftsverhältnisse. Das Buch adressiert städtische Fragen „jenseits der civitas“, hält aber verstärkt auch Kulturproduktionen, Imagepolitiken und mediale Strategien im Blick. Die hervorgehobenen Videofilme, Filmfestivals und Ausstellungen erkunden die widerständige Rolle von Gender-Politik in Afghanistan, auch um die Instrumentalisierung der „Frauenfrage“ für interventionspolitische Zwecke zu untergraben. Das Buch präsentiert Fotografien, Filmstills und verwandte Dokumente der vergangenen vierzig Jahre.

Zwischen inszenierter Demonstration als Re-Enactment historischer Proteste von Frauen gegen das Taliban-Regime und dem realen Protest gegen das neue afghanische Familiengesetz spannt sich ein reicher doku-fiktionaler Bogen. Interviews mit der Kabuler Filmemacherin und Aktivistin Diana Saqeb, dem preisgekrönten Filmemacher Siddiq Barmak und der afghanisch-kanadischen Journalistin Nelofer Pazira reflektieren Gender-Fragen sowie ihre derzeitige Arbeit. Filmkritikerin Madeleine Bernstorff bespricht den Film Passing the Rainbow von Sandra Schäfer und Elfe Brandenburger. Portraits der Schauspielerinnen Aiqela Rezaie (Five in the Afternoon von Samira Makhmalbaf) und Hamida Refah (Kite Runner von Marc Foster) und der Kampfkunst-Filmregisseurin Saba Sahar geben Einblick in die Kabuler Kinolandschaft.

Während der Buchpräsentation wird Sandra Schäfer Filmausschnitte und Fotografien zeigen, und gemeinsam mit der Filmkritikerin Madeleine Bernstorff und der Forscherin Khadija Abbasi Fragen zur Repräsentation von Gender auf der Ebene von Film, politischer Arbeit und Alltag in Kabul diskutieren.

Khadija Abbasi hielt sich über 20 Jahre als afghanischer Flüchtling in Iran auf und lebt derzeit in London. Sie arbeitet mit Britischen und Internationalen Nicht-Regierungsorganisationen im Bereich Migration, geschlechtlicher Gleichberechtigung und Menschenrechte in Afghanistan, Iran und Grossbritannien. Sie bereitet derzeit das Forschungsvorhaben ihrer Doktorarbeit vor, welches sich mit Identitätsveränderungen durch Migration innerhalb der schiitischen Hazara-Gemeinschaft beschäftigt, die von Afghanistan nach Iran emigriert ist. In ihrer Untersuchung richtet sie einen speziellen Fokus auf Gender-Perspektiven.

Madeleine Bernstorff recherchiert und organisiert Film- und Videoprogramme, gerne in kollaborativen Zusammenhängen. Sie interessiert sich für Film als ästhetisch/politisches Werkzeug für soziale Dialoge, sowie für Archive als kollektives gesellschaftliches Gedächtnis.
www.madeleinebernstorff.de

Sandra Schäfer arbeitet als Künstlerin, Autorin und Film- und Videoprogrammiererin. In ihrer filmischen Arbeitet interessiert sie sich für das Bild als sozialen Prozess und die Produktion von Repräsentation. In ihrer künstlerischen Arbeit beschäftigt sich Sandra Schäfer mit der Repräsentation von Gender, Urbanismus und (Post-) Kolonialismus. Seit November 2002 hat sie in Kabul und Teheran gearbeitet. Sie war in verschiedene kollaborative Projekte mit Kulturproduzent_innen und Aktivist_innen in Afghanistan, Iran, Spanien, Gross-Britannien und Deutschland involviert.

stagings. Kabul, Film & Production of Representation wurde veröffentlicht in der Buchreihe metroZones/media, herausgegeben von Jochen Becker mit Stephan Lanz im Berliner Verlag b_books.
www.metroZones.info
www.b-books.de
http://www.theshowroom.org/programme.html?id=101,234