english Dari

mazefilm film & gender - politics

 

on the set of 1978ff
58', 2011, Zwei-Kanal-Videoinstallation, Stereo Sound, Fotografie


Die iranische Revolution 1978/79 führte zum Sturz des Schah-Regimes. Kurz darauf wurde die Islamische Republik Iran ausgerufen. Eine breite Basis von Linken und Arbeitern, Slum-Bewohnern und Bauern, Bürgerlichen – inklusive Feministinnen – sowie dem Klerus unterstützten den Umsturz. Diese Revolution wurde auch im internationalen Rahmen als anti-monarchistisch, anti-imperialistisch, nationalistisch und/oder religiös gelesen.

In der Videoinstallation on the set of 1978ff verfolge ich die Fragen, warum der politische Islam zu diesem Zeitpunkt eine bedeutende Rolle spielte und weshalb die Gründung der Islamischen Republik von vielen Menschen unterschiedlicher politischer Überzeugungen und Fraktionen mitgetragen wurde. Ich betrachte die iranische Revolution nicht als rein nationales Ereignis, sondern weite den Blick auf Verbindungen, Perspektiven und Rezeptionen in den Nachbarländern, den Mittleren Osten und den Globalen Norden aus.

Die iranische Revolution als städtisches Phänomen rekonstruiere ich ebenso exemplarisch wie fragmentarisch anhand ihrer medialen Darstellung in Film, Fernsehen und Fotografie. Aus der Perspektive der Medienproduktion und -rezeption arbeite ich gemeinsam mit weiteren Beteiligten an einem Re-Reading der Ereignisse. Prozesse der Übermittlung und Übersetzung in verschiedene Kontexte sind ein Fokus der Betrachtung.

In der Zweikanal-Installation on the set of 1978ff werden unter anderem Beiträge aus dem bundesdeutschen Fernsehen, der BBC Persian, dem Time Magazin, Aufnahmen der Fotografen Hengameh und Kaveh Golestan, Ausschnitte aus dem Dokumentarfilm Schah Matt von Thomas Giefer und Ulrich Tilgner sowie Sequenzen über den Intellektuellen Ali Shariati eingearbeitet. Das historische Material verschränke ich mit Interviewsequenzen, Ausschnitten aus inszenierten öffentlichen Debatten und Textkommentaren.


Installationsansicht Frankfurter Kunstverein, Copyright Frankfurter Kunstverein, Fotograf Norbert Miguletz