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mazefilm film & gender - politics

Cinenova Working Group

Cinenova ist eine ehrenamtlich geführte Organisation in London, die sich der Erhaltung und Distribution feministischer Film- und Videoproduktionen widmet. Cinenova entstand 1991 aus dem Zusammenschluss von Circles und Cinema of Women, die beide in den frühen 1980ern gegründet wurden. Aktuell sind über 500 Titel im Verleih, darunter Experimental- und Spielfilme, Künstlerfilme und –videos, Dokumentationen und Lehrfilme von den 1920ern bis heute. Inhaltlich sind die Schwerpunkte: Postkoloniale Kämpfe, Gegengeschicht(n), Haus- und Fürsorgearbeit, Repräsentation von Geschlecht und Sexualität, sowie die Verbindungen zwischen diesen verschiedenen Auseinandersetzungen.’ http://cinenova.org

Seit 2010 bin ich Mitglied der Cinenova Arbeitsgruppe. Diese kümmert sich sowohl um das Zusammenhalten der Sammlung, als auch die Distribution der Filme. Unter Distribution begreifen wir neben dem Versenden von Filmen, auch die Zusammenstellung von Filmprogrammen und Ausstellungen, das Zusammenarbeiten mit Einzelpersonen und Gruppen, sowie Filme schauen als soziales Ereignis. Im Folgenden stelle ich einige der gemeinsamen Projekte vor.

Cinenova Arbeitsgruppe: Cay Castagnetto, Megan Fraser, Emma Hedditch, Karolin Meunier, Charlotte Procter, Irene Revell, Sandra Schäfer, Kerstin Schrödinger, Marina Vishmidt

 

 


Ausstellung Reproductive Labour, The Showroom, London, 2011

WHAT'S YOUR OBJECT / SUBJECT?
Montag, 18. März 2013, 14 – 16 Uhr, Akademie der bildenden Künste Wien.

Im September 2013 wird Cinenova eine Ausstellung in der Kunsthalle Exnergasse realisieren. Mit dieser Veranstaltung in der Akademie der bildenden Künste wollen wir anhand von Filmen aus der Sammlung die Organisation und unsere Arbeitsweise vorstellen und diskutieren. Wir laden alle an dem Projekt interessierten Studierenden und Lehrenden, sowie unsere möglichen Kooperationspartner_innen aus Wien und Linz herzlich dazu ein.

Eine Veranstaltung von CINENOVA mit Karolin Meunier und Sandra Schäfer.

 

 

 

 


Guerilla In Our Midst, Amy Harrison, 1992

the elsewhere and the here, Cinenova Filmfest
Cinenova Filmfest, Salong, München, 2012

Das Filmprogramm the elsewhere and the here präsentiert zwei Filme: The Third Woman von Mitra Tabrizian aus dem Jahr 1991 und Hidden Faces von Kim Longinotto aus dem Jahr 1996. In beiden Filmen legen die Protagonist_innen einen Weg zurück. In The Third Woman reist eine Frau angetrieben von einer politischen Motivation, die sich mit einem erotischen Begehren überlagert, von Teheran nach London. In Hidden Faces bewegt sich die Hauptdarstellerin von Paris nach Ägypten, wo sie die feministische Autorin Nawal E’Saadawi aufsucht. In beiden Filmen lösen diese Begegnungen bei den Protagonist_innen eine Enttäuschung aus, die zu ungeahnten Wendungen führt.

Tabrizian enwirft ein artifizielles Szenario mit surrealen Szenen, die auf die inneren Vorstellungen und Begehren der Protagonistin schliessen lassen. Longinotto hingegen begleitet die Protagonistin Safaa Fathay und zeigt wie sich diese von der feministischen Ikone Nawal E’Saadawi abwendet, um sich den Machtverhältnissen und Widersprüchen der eigenen Familie zuzuwenden.

Das Filmprogramm the elsewhere and the here ist Teil eines Filmfestivals zu Cinenova, das von der Gruppe Salong an der Münchener Kunstakademie initiiert wurde. Das Festival führt die während der Sommerschule Group Affinity begonnene Zusammenarbeit zwischen der Künstler_innengruppe Salong und Cinenova fort.

 

 

 


The Body Is the Locus of Politics, and of Rhythm
Globale Filmfestival, Berlin, 2011

Das Programm stellt Cinenova in seiner Diversität vor und thematisiert verschiedene Aspekte zu Feminismus, Rassismus und Post-Kolonialismus: Ein Stummfilm der Filmpionierin Alice Guy Blaché über Gender Stereotypen, die abstrakte Bildsprache der Britischen Filmemacherin Sandra Lahire, in der sie den gesellschaftlichen Druck auf den weiblichen Körper reflektiert sowie einen Dokumentarfilm von Prathiba Parmar, der Feminismus, Rassismus und Solidarität zwischen verschiedenen radikalen Bürgerrechtsbewegungen in den USA der 1980er Jahre adressiert.

Programmierung gemeinsam mit Melissa Castagnetto und Karolin Meunier.

 

 

 


A House Divided, Alice Guy Blaché, 1913

A Place of Rage, Pratibha Parmar, 1991


Arrows, Sandra Lahire, 1984


Cinenova Group Affinity
Kunstverein München, 2011

Group Affinity war eine Sommerschule und Ausstellung, die im August 2011 im Kunstverein München stattgefunden hat. Neben anderen Künstlerinitiativen war die Cinenova-Arbeitsgruppe hierzu eingeladen. Gemeinsam mit Beteiligten aus London, München, Glasgow und Berlin haben wir Zugänge zu den Filmen der Sammlung geöffnet, Fragen zu feministischer Filmproduktion und kollektivem Arbeiten diskutiert.

Im Rahmen der Sommerschule habe ich anhand einer Auswahl von Filmen verschiedene kollaborative, filmische Methoden vorgestellt und Fragen zur Produktion von Repräsentation diskutiert.

Cinenova, Group Affinity, 2011
Melissa Castagnetto, Megan Fraser, Irene Revell gemeinsam mit Karolin Meunier und Sandra Schäfer

 

 

 

 

 

Reproductive Labour
The Showroom London, 2011

Reproductive Labour war eine Ausstellung, die sich auf die Filme, Videos, Politiken und Diskussionen konzentriert, die Cinenova ausmachen – eine freiwillige gemeinnützige Organisation, die sich dem Erhalt und Verleih der Arbeiten von weiblichen/feministischen Film- und Videomacher_innen widmet.

In der Ausstellung Reproductive Labour wurde mit Filmen, Videos und Papiermaterial von Cinenova gearbeitet und in unterschiedlicher Weise ausgestellt. Eingeladene Selektor_innen haben jeweils eine Arbeit aus der Sammlung ausgewählt, die täglich vorgeführt wurden. Diese Auswahl wurde mit einer Reihe von weiteren Screenings und Veranstaltungen ergänzt. Dies führte zu der seltenen Gelegenheit, zentrale Arbeiten aus der Geschichte feministischer, schwarzer, queerer und experimenteller Video und Filme zu sehen und zu recherchieren. Gleichzeitig hat es die Aktivierung der Arbeiten in der Gegenwart ermöglicht.

Im Verlauf der Ausstellung wurden Besucher_innen sowohl ermutigt, den Cinenova-Katalog und das Papierarchiv zu benutzen, um mehr über bestimmte Filme und Videos herauszufinden, als auch Titel auszuwählen, die sie in der Ausstellung sehen wollten. Sie konnten die Arbeiterinnen von Cinenova oder dem Showroom nach der jeweiligen Kassette oder DVD fragen. Fotokopien des Papiermaterials konnten auf dem Kopierer gemacht werden und eine Person stand für Fragen zur Verfügung.

Falls Besucher_innen eine Diskussion oder ein Screening im Raum oder woanders organisieren wollten, konnten sie der Cinenova-Arbeitsgruppe mailen.

Im Rahmen der Ausstellung habe ich gemeinsam mit der Filmemacherin Kim Longinotto und der Rechtsanthropologin Ziba Mir-Hosseini die Veranstaltung Broken Taboos & New Voices in Iran organisiert. In dieser Veranstaltung haben die beiden anhand von Filmausschnitten ihre Zusammenarbeit und filmische Vorgehensweise präsentiert und reflektiert. Außerdem haben sie den Wandel und die veränderten Genderbeziehungen in der gegenwärtigen iranischen Gesellschaft, sowie die engen Verbindungen zwischen Sexualität und Demokratie, diskutiert.

 

 



Ausstellung Reproductive Labour, The Showroom, London, 2011